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Digitaler Nachlass

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Who wants to live forever? Im Internet machen uns unsere Daten unsterblich. Doch was passiert mit den Daten, wenn wir sterben? Und was sollte man schon zu Lebzeiten regeln? Antworten darauf finden Sie im folgenden Modul.

Scrollen Sie weiter, um sich selbstständig über den Digitalen Nachlass zu informieren. Eine Anleitung finden Sie hier.

Planen Sie einen Workshop? Hier erhalten Sie Anregungen für einen Workshop von 25 Minuten, 45 Minuten und 90 Minuten oder länger.
Das Modul gibt es auch in Einfacher Sprache.

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Stellen Sie sich vor, Sie haben die Möglichkeit, mit einer verstorbenen Person zu sprechen, indem Sie eine Kopie von ihr erstellen. Genau das hat Martha aus der Netflix-Serie „Black Mirror“ getan. Ihr Freund Ash ist bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Mithilfe der digitalen Fußspuren ihres Freundes Ash lässt Martha einen Roboter erschaffen, der die gleiche Stimme, die gleichen Gedanken und Verhaltensweisen wie ihr verstorbener Freund hat. Alles, was Sie dafür benötigt, ist eine Software, die Chatverläufe, Anrufe, Facebook-Posts und Tweets des Verstorbenen untersucht und auswertet.

Überlegen Sie, bevor Sie weiterscrollen: Ließe sich auch von Ihnen mithilfe Ihrer hinterbliebenen Daten eine solche Kopie erstellen? Wie würde sich die Kopie von Ihrem wirklichen Selbst unterscheiden?


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- 72% aller Deutschen nutzen täglich das Internet und hinterlassen dabei digitale Fußspuren.

- Alle 3 Minuten stirbt in Deutschland ein Facebook-Nutzer, doch im Internet lebt er unter Umständen noch lange weiter.

- Jedes Jahr erzeugen Menschen weltweit 1,8 Zettabyte Daten. Das entspricht umgerechnet 200 Millionen Spielfilmen.

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Die Fakten zeigen: Tagtäglich hinterlassen wir eine Vielzahl an digitalen Spuren. Diese Spuren bestehen auch über den Tod hinaus. Trotzdem regeln nur 18% der Nutzer in Deutschland ihren digitalen Nachlass. Doch was genau ist digitaler Nachlass?

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Woran denken Sie, wenn Sie die Begriffe „Nachlass“ oder „Erbe“ hören? Häufig werden damit Wertgegenstände wie Schmuck, Autos oder Geld verbunden. Heute findet das Leben jedoch auch immer mehr im Internet statt. Dort gibt es ebenfalls Dinge, die nach dem Tod hinterlassen werden.

Zum digitalen Nachlass zählen alle elektronischen Daten, die eine Person nach ihrem Tod auf einem digitalen Endgerät (z. B. Computer, Tablet, Smartphone) und im Internet hinterlässt. Dazu gehören unter anderem Kundenkonten und Accounts in Sozialen Netzwerken. Egal ob im Internet oder auf der Festplatte – auch alle Nachrichten, Fotos und Bilder zählen zum digitalen Nachlass.

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Leonard (38) verunglückt tödlich bei einem Verkehrsunfall. Trotz des Testaments, das er verfasst hat, tauchen ungeahnte Probleme auf.

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Drei Monate nach Leonards Bestattung erhält die hinterbliebene Familie eine Rechnung. Ein Streamingdienst hat für die letzten drei Monate eine Summe von 34,89 Euro in Rechnung gestellt.

Überlegen Sie, bevor Sie weiterscrollen: Müssen die Hinterbliebenen für die Kosten aufkommen? 

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Kaufverträge oder Abonnements enden häufig nicht mit dem Tod. Verpflichtungen des Verstorbenen werden nach dem Gesetz auf die Erben übertragen. Als Erbe müssen Sie deshalb offene Rechnungen des Verstorbenen begleichen.
Sie haben aber die Möglichkeit, sich direkt an das Unternehmen zu wenden. Kürzlich getätigte Einkäufe fallen womöglich noch unter das Widerrufsrecht. Oder aber das Unternehmen zeigt sich nachsichtig und verzichtet auf eine Zahlung.

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Zwei Jahre nach dem Tod von Leonard werden noch immer Geburtstagsglückwünsche an die Chronik des Verstorbenen gepostet. Gerade für seine Ehefrau Christina ist dies immer ein trauriger Moment.

Überlegen Sie, bevor Sie weiterscrollen: Kann Christina verhindern, dass andere an die Chronik ihres verstorbenen Ehemanns posten?

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Es ist schwierig, auf das Konto in einem Sozialen Netzwerk zuzugreifen, wenn keine Zugangsdaten vorliegen. Viele Netzwerke erlauben den Hinterbliebenen keinen Zugang, denn auch die Daten anderer Nutzer sollen geschützt werden – z. B. deshalb, weil sie mit Leonard gechattet haben.

Ein ähnlicher Fall ging 2012 vor Gericht: Nach dem Tod ihrer fünfzehnjährigen Tochter wollten ihre Eltern Antworten auf ihren plötzlichen Tod über das Facebook-Profil finden. Doch Facebook versetzte das Profil nach dem Tod in den Gedenkzustand, sodass sich die Eltern nicht mehr einloggen konnten. Und das, obwohl sie den Benutzernamen und das Passwort des Kontos kannten. Zukünftig könnte sich das ändern. Am 12. Juli 2018 hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden: Auch private, digitale Daten, wie z. B. Accounts, gehen nach dem Tod in den Besitz der Eltern über. Das Urteil könnte in Zukunft dazu führen, dass Angehörige einen Zugriff auf Accounts erhalten.

Eine Anleitung, wie Sie als Erbe Zugang zum @t-online Konto eines Verstorbenen erhalten, finden Sie hier

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Nach dem Tod von Leonard möchte sich Christina private Urlaubsfotos anschauen, die auf dem Laptop des Verstorbenen gespeichert sind. Da Leonard ihr den Laptop vererbt hat, spricht zunächst nichts dagegen.

Überlegen Sie, bevor Sie weiterscrollen: Gehören Christina auch die Daten auf dem Laptop?

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Alle Dateien, die auf dem Laptop gespeichert sind, werden vererbt. Nicht aber diejenigen, die sich in einer Cloud oder einem anderen Online-Speicher befinden. Ohne Passwort haben Sie keinen Zugriff auf diese Daten. Hat ein Nutzer keine Person bestimmt, die auf die Daten zugreifen darf, werden von vielen Anbietern keine Zugangsdaten herausgegeben.

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Als Erinnerung möchte die Familie auf private E-Mails, Chats und Sprachnachrichten des Verstorbenen zugreifen. Leider liegt ihnen das Passwort zu den jeweiligen Diensten nicht vor.

Überlegen Sie, bevor Sie weiterscrollen: Können die Angehörigen die notwendigen Zugangsdaten bei den Anbietern erfragen?

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Ohne Passwort ist es schwierig, auf Benutzerkonten zuzugreifen. Leichter wird es, wenn das Passwort für den E-Mail-Account bekannt ist. Dann können Sie auf vielen Webseiten über „Passwort vergessen“ ein neues Kennwort vergeben. Liegt kein Passwort vor, müssen Sie bei den Unternehmen um Hilfe bitten. Manche Anbieter ermöglichen den Zugriff für die Angehörigen, wenn eine Sterbeurkunde vorgelegt wird. Andere geben überhaupt keinen Zugriff, um die Privatsphäre anderer Nutzer zu schützen.

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Der digitale Nachlass ist sehr persönlich. Wenn Sie selbst entscheiden, was nach dem Tod mit Ihren Daten geschehen soll, werden viele Probleme für die Erben bereits gelöst. 
Wenn Sie selbst Erbe eines digitalen Vermächtnisses sind, sollten Sie sich bewusst machen, dass Sie beim Umgang mit den digitalen Daten tief in die Privatsphäre des Betroffenen eindringen. Respektieren Sie diese und sorgen Sie nur für die Umsetzung der in der Verfügung genannten Schritte.

Das folgende Kapitel liefert Hinweise und Vorlagen zur Regelung des digitalen Nachlasses.


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Haben Sie sich schon mit Ihrem digitalen Nachlass beschäftigt? Die Kampagne #machtsgut der Verbraucherzentrale Bundesverband möchte auf den digitalen Nachlass aufmerksam machen und Menschen dazu bewegen, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen. Wer postet nach Ihrem Tod in Ihrem Namen in den Sozialen Netzwerken? Wer hat nach Ihrem Tod Zugang zu Ihren E-Mail-Accounts?

Hier finden Sie Tipps für den digitalen Nachlass.

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Sie sind das wichtigste und sicherste Mittel, um die eigenen Daten im Internet zu schützen: Passwörter. Für die Angehörigen sind sie aber häufig unüberwindbare Hindernisse. Um den digitalen Nachlass zu regeln, ist der richtige Umgang mit Accounts und Passwörtern sehr wichtig. Sinnvoll ist es, eine Liste aller Internet-Dienste mit dem zugehörigen Passwort anzulegen. Diese kann ausgedruckt oder auf einem USB-Stick gespeichert werden. Anschließend verwahren Sie die Liste in einem Bankschließfach, einem Tresor oder an einem anderen sicheren Ort. Geben Sie den Aufbewahrungsort in Ihrem Testament an. Ihre Erben wissen dann sofort, wo sie die Liste finden.


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Ist kein Passwort bekannt, erhalten die Erben und Angehörigen zum Teil keinen Zugriff auf die Konten Sozialer Netzwerke – auch wenn der oder die Verstorbene dies in einem Testament bestimmt hat. Einfacher wird es, wenn Sie einen Nachlasskontakt, eine von Ihnen festgelegte Person, bestimmt haben, die nach dem Tod das Konto verwalten wird. Dieser Kontakt kann bestimmte Teile des Benutzerkontos verändern, z. B. das Profilbild austauschen oder das Konto löschen. Privatnachrichten kann der Nachlasskontakt jedoch nicht lesen.
Wie Sie einen Nachlasskontakt bei Facebook bestimmen, sehen Sie hier. 




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Stirbt ein Nutzer eines Sozialen Netzwerks wie Facebook, wird sein Profil häufig in den Gedenkzustand versetzt. Das Profil ist danach nur noch eingeschränkt nutzbar – zum Beispiel können keine Nachrichten mehr an das Konto versendet werden. Ziel des Gedenkzustands ist es, an die Person und gemeinsame Erlebnisse zu erinnern. Entscheidet sich eine Person vor ihrem Tod oder der Nachlasskontakt gegen den Gedenkzustand, kann das Profil auch vollständig gelöscht werden.


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Um den digitalen Nachlass zu regeln, müssen eine Vielzahl von Entscheidungen getroffen werden. Im Internet gibt es viele Webseiten, die Sie bei der Regelung Ihres digitalen Nachlasses unterstützen.

Hier finden Sie Muster und Vorlagen, um eine Vollmacht oder ein Testament zum digitalen Nachlass zu verfassen.

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Ein Testament zu schreiben, ist für viele Menschen unangenehm. Wer beschäftigt sich schon gerne damit, was nach dem eigenen Tod geschehen soll? Genau so geht es vielen Menschen bei der Regelung des digitalen Nachlasses.

Unter dem Hashtag #nachhall sammelt die Webseite „digital-danach.de“ Stimmen zum digitalen Nachlass. Diese greifen Gedanken, Ängste und auch Zweifel zu diesem Thema auf. Wollen Menschen lieber aus dem Internet verschwinden? Oder gefällt ihnen der Gedanke, dass sie im Internet „weiterleben“?

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An Orten wie Friedhöfen oder Friedwäldern gedenken Menschen seit Jahrhunderten ihrer verstorbenen Angehörigen. Mit dem Internet halten jedoch auch andere Möglichkeiten zur Erinnerung an Verstorbene Einzug. Auf der nächsten Seite finden Sie ein Beispiel, wie Menschen online mit ihrer Trauer umgehen.

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Der Tod eines geliebten Menschen ist für die Angehörigen ein sehr schwerer Moment. Viele Personen, die mit dem Verstorbenen in Kontakt standen, bekunden deshalb ihre Anteilnahme und ihr Beileid. Dazu werden traditionell Kondolenzbücher ausgelegt, in die Hinterbliebene ihre Erinnerungen schreiben können.

Mittlerweile wird diese Tradition auch im Internet weitergeführt. Auf den Seiten großer Tageszeitungen und bei anderen Anbietern können die Trauernden ihre Anteilnahme bekunden. Diese Online-Kondolenzbücher lassen sich auch mit den QR-Codes digitaler Grabsteine verknüpfen.

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QR-Codes auf Grabsteinen? Das könnte schon bald die Regel sein! Ein Bestattungsunternehmen in Österreich kam 2012 erstmals auf die Idee, Grabsteine mit QR-Codes auszustatten. Mehr dazu erfahren Sie im Video.

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Mit dem Tod endet das irdische Leben. Amerikanische Wissenschaftler forschen an einer Möglichkeit, die Persönlichkeit von Menschen als Künstliche Intelligenz zu speichern. So sollen zumindest das Wissen und die Meinungen der Verstorbenen erhalten bleiben.

Etwas Ähnliches versucht Eugenia Kuyda. Mithilfe von Chatnachrichten und E-Mails entwickelte sie eine Künstliche Intelligenz, die ihr ähnliche Nachrichten wie ihr verstorbener Ehemann schickt.  

Die Meinungen zu diesem Thema gehen auseinander: Soll der Tod nicht etwas Endgültiges bleiben?

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Auch wenn niemand gerne an den Tod denkt: Denken Sie heute schon an morgen und regeln Sie rechtzeitig Ihren digitalen Nachlass. Ihre Angehörigen werden es Ihnen danken!

Eine Zusammenfassung des Moduls finden Sie im Downloadbereich.



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